App benutzen
Kamera finden
Beim ersten Start kennt die App noch keine Kamera. So richtest du sie ein:
- Verbinde dein Handy mit dem gleichen WLAN wie der Wohnwagen
- Öffne die App und gehe zum Tab Fahren
- Tippe oben auf das Lupensymbol
- Die App sucht automatisch nach Kameras im Netzwerk
- Gefundene Kameras erscheinen in einer Liste – tippe auf die gewünschte
Die Kamera wird gespeichert und beim nächsten Start automatisch verbunden.

Die vier Ansichten
Die App hat vier Tabs, zwischen denen du unten wechselst. Nicht benötigte lassen sich ausblenden – siehe Einstellungen.
Fahren
Zeigt mehrere Kameras gleichzeitig, frei angeordnet. Gedacht für die Fahrt, wenn du Heck und Seiten zusammen im Blick haben willst.

- Tippen blendet die Bedienleiste ein und aus
- Über das Filter-Symbol wählst du, welche Kameras erscheinen
- Das Stift-Symbol startet die Bearbeitung des Layouts
Im Bearbeitungsmodus wird alles orange umrandet:

- Verschieben – an beliebiger Stelle im Bild ziehen
- Größe ändern – am Griff unten rechts ziehen
- Drehen – am Griff unten links ziehen; beim Loslassen rastet die Drehung auf gerade Winkel ein
- Speichern sichert die Anordnung dauerhaft
- Zurücksetzen stellt die gleichmäßige Aufteilung wieder her
Die Griffe bleiben immer im sichtbaren Bereich, auch wenn du ein Bild über den Bildschirmrand hinaus vergrößerst.
Rückspiegel
Eine einzelne Kamera in Vollbild – der klassische Blick nach hinten.

- Tippen blendet die Bedienleiste ein und aus
- Zoomen geht mit zwei Fingern (Pinch-to-zoom)
- Verschieben geht mit einem Finger, sobald gezoomt wurde
Darstellung umschalten
Ein Weitwinkelobjektiv wölbt das Bild: Was in Wirklichkeit gerade ist, sieht gebogen aus. Der Knopf in der Bedienleiste schaltet zwischen drei Darstellungen um – vorausgesetzt, die Kamera ist vermessen. Sonst ist er ausgegraut.
| Original | Das Bild der Kamera, unverändert. Zeigt alles, was sie sieht |
| Entzerrt | Gerade Linien werden gerade – der gewohnte Blick eines Spiegels. Dafür fällt der äussere Rand weg, und was übrig bleibt, ist zum Rand hin gedehnt |
| Weitwinkel | Der Kompromiss: senkrechte Linien bleiben gerade, waagerechte biegen sich leicht, dafür bleibt das ganze Blickfeld erhalten – der Blick einer Action-Kamera |
Welche Darstellung beim Rangieren hilft, ist Geschmackssache und hängt von der Kamera ab. Original verliert nie etwas und ist deshalb die Vorgabe. - Den Zoom kannst du mit dem Speichern-Symbol sichern – er wird beim nächsten Start wiederhergestellt - Mit dem Zurücksetzen-Symbol kehrst du zur Originalansicht zurück
Rangieren
Vogelperspektive rund um den Wohnwagen zum Einparken und Rangieren. Die App rechnet die Bilder aller Kameras auf den Boden zurück und setzt sie zu einem Blick von oben zusammen.

- Mit Lupe und wählst du, wie weit die Ansicht reicht – 4, 6, 8 oder 12 m ab dem Aufbau
- Das Rastersymbol blendet Abstandsringe ein und aus. Sie messen ab der Fahrzeugkante, nicht ab der Mitte
- Der Pfeil im Umriss zeigt nach vorn
Damit eine Kamera mitmacht, muss ihre Einbaulage hinterlegt sein – siehe Kameraeinstellungen. Kameras ohne diese Angabe bleiben aussen vor und werden unten in der Ansicht benannt.
Wie genau das Bild trifft, hängt zusätzlich am Objektiv. Solange die Kamera nicht vermessen ist, rechnet die App mit einer Annahme — das reicht für einen Eindruck, nicht für Zentimeter.
Erhöhte Gegenstände erscheinen verzerrt
Die Rückrechnung nimmt an, dass alles auf dem Boden liegt. Was Höhe hat – Poller, Pfosten, Menschen – landet dadurch zu weit aussen und zieht einen Schweif nach hinten. Der Fuss des Gegenstands steht richtig, sein oberer Teil nicht. Im Bild oben sieht man das an den orangen Hütchen.
Das ist keine Fehlfunktion, sondern liegt am Verfahren: Ohne zu wissen, wie hoch etwas ist, lässt sich die Verzerrung nicht herausrechnen. Beim Abschätzen von Abständen also immer auf den Fusspunkt achten.
Übersicht
Zeigt alle bekannten Kameras gleichzeitig in einer Rasteransicht.
Tippe auf eine Kamera, um sie in Vollbild zu öffnen.

Kamera wechseln
Hast du mehrere Kameras, kannst du im Rückspiegel-Tab über das Kamerawechsel-Symbol zwischen ihnen wählen.
Im Fahren-Tab zeigst du stattdessen mehrere gleichzeitig an und wählst über das Filter-Symbol aus, welche es sein sollen.
Einstellungen
Über das Zahnrad-Symbol oben rechts gelangst du zu den Einstellungen:

| Einstellung | Beschreibung |
|---|---|
| Bekannte Kameras | Liste aller gespeicherten Kameras – aktivieren, deaktivieren oder entfernen. Das Symbol vor dem Namen zeigt, was die App beim Öffnen der Einstellungen vorgefunden hat (siehe unten) |
| Fahren-Standard | Die mit dem Stern markierte Kamera wird im Rückspiegel automatisch geöffnet |
| Sichtbare Reiter | Blendet nicht benötigte Ansichten aus – Übersicht bleibt immer erhalten |
| Demo-Kameras | Blendet vier simulierte Kameras aus dem Internet ein – siehe Ohne Hardware ausprobieren |
| Debug-Infos | Zeigt FPS und Datenrate an (für Fehlersuche) |
| Version | Zeigt die installierte App-Version |
Das Zahnrad findest du in jeder Ansicht, nicht nur in der Übersicht.
Beim Öffnen der Einstellungen fragt die App jede gespeicherte Kamera nach ihren aktuellen Daten. Das Symbol vor dem Namen sagt, wie das ausging:
| Symbol | Bedeutung |
|---|---|
| grauer Kreisel | Die App fragt gerade |
| blauer Haken | Erreichbar, nichts hat sich geändert |
| oranger Kreispfeil | Erreichbar, und die Kamera meldete etwas Neues – etwa nach einem Firmware-Update oder einer neuen Kalibrierung. Die App hat es übernommen; beim nächsten Öffnen steht dort wieder der blaue Haken |
| rotes Kreuz | Nicht erreichbar |
Kameraeinstellungen
Tippe in der Kameraliste auf eine Kamera, um deren Einstellungen zu öffnen:

| Einstellung | Beschreibung |
|---|---|
| Rotation | Dreht das Bild in 90°-Schritten, falls die Kamera gekippt verbaut ist. Wirkt nur in der App, nicht auf der Kamera |
| Auflösung | Von QVGA (320×240) bis zu dem, was das Kameramodul hergibt – bei der OV5640 sind das 2560×1920. Die Liste zeigt nur, was deine Kamera annimmt. Mehr Auflösung heißt mehr Datenrate und weniger Bilder je Sekunde; beim Umstellen startet die Kamera kurz neu |
| JPEG-Güte | Automatisch oder fest. Die Automatik regelt die Güte laufend so, dass die Bildrate stimmt – bei schwachem WLAN wird das Bild gröber statt langsamer |
| Sendeleistung | Automatisch (richtet sich nach der Signalstärke) oder fest in dBm. Weniger Leistung heißt weniger Wärme |
| Helligkeit · Kontrast | Je −2 bis +2 |
| Spiegeln ↔ · Spiegeln ↕ | Spiegelt das Bild waagerecht oder senkrecht – nützlich, wenn die Kamera über Kopf sitzt. Die App rechnet die Spiegelung in der Rangier-Ansicht mit heraus |
| LED-Anzeige | Was die farbige LED auf der Platine zeigt: Aus, Normal oder Diagnose – siehe unten. Darunter Finde mich: Die Kamera blinkt 10 s weiß. Beides erscheint nur bei Kameras mit einer solchen LED |
Alle Werte bleiben erhalten
Was du hier einstellst, überlebt einen Neustart der Kamera. Bei Güte und Sendeleistung gilt das für den festen Wert; solange die Automatik läuft, bestimmt sie, und dein Wert wartet, bis du sie abschaltest.
Was die LED der Kamera zeigt
Kameras auf einer ESP32-S3-Platine haben eine farbige LED. Im Modus Normal gibt sie nur kurze Signale, wenn sich etwas ändert, und bleibt dunkel, sobald die Kamera läuft – nachts würde sich jedes Licht im Gehäusefenster spiegeln und im eigenen Bild landen. Diagnose zeigt den Zustand dauerhaft, gedimmt; das ist zum Einrichten gedacht. Aus lässt sie immer dunkel.
| Die LED … | bedeutet |
|---|---|
| pulsiert blau | Die Kamera verbindet sich mit dem WLAN |
| leuchtet kurz grün | Verbunden |
| blinkt schnell orange | Kein WLAN gefunden – das Einrichtungsnetz <Kameraname>-Setup ist offen, siehe Häufige Fragen |
| blinkt langsam orange | WLAN im Betrieb verloren, die Kamera sucht |
| leuchtet blau | Firmware-Update läuft – nicht ausstecken |
| blinkt rot | Fehler: Die Kamera startet neu, oder sie ist eben nach einem Absturz neu angelaufen |
| blitzt kurz cyan | Ein Gerät hat den Stream geöffnet |
| blitzt zweimal violett | Ein zweites Gerät hat den Stream übernommen – die Kamera bedient immer nur eines. Wechseln sich zwei Geräte ab, stockt das Bild auf beiden |
| blitzt alle 10 s gelb | Schwaches WLAN-Signal (nur ohne laufenden Stream) |
| blinkt schnell weiß | Finde mich – jemand hat im Kameradialog auf den Knopf getippt. Hilft beim Zuordnen, wenn mehrere gleiche Kameras am Wohnwagen sitzen; klappt auch im Modus Aus |
Nur im Modus Diagnose, zusätzlich dauerhaft:
| Die LED … | bedeutet |
|---|---|
| leuchtet grün | Verbunden, niemand schaut zu |
| leuchtet gelb | Verbunden, aber schwaches Signal |
| leuchtet cyan | Stream läuft |
| blinkt gelb | Stream läuft, aber die Bilder kommen nicht schnell genug durch (unter 4 je Sekunde) |
Ist die Kamera nicht erreichbar oder trägt sie eine ältere Firmware, sagt der Dialog das an dieser Stelle – die Einbaulage lässt sich dann trotzdem bearbeiten.
Ein Firmware-Update steht nicht hier, sondern im Kameradetail hinter dem -Symbol (siehe Updates).
Objektiv
Zeigt den Öffnungswinkel der Kamera, waagerecht × senkrecht. Ist die Kamera vermessen, rechnet die Kamera ihn aus ihrer Kalibrierung — sonst steht dort der eingetragene Schätzwert mit einem Hinweis.
Der Unterschied ist keine Kleinigkeit: Aus dem Öffnungswinkel folgt, wie weit ein Punkt am Bildrand entfernt ist. Ein geschätzter Wert lässt die Rangier-Ansicht plausibel aussehen und trotzdem daneben liegen.
Einbaulage
Damit die App aus mehreren Kamerabildern eine Draufsicht rechnen kann, muss sie wissen, wo jede Kamera sitzt und wohin sie schaut. Diese Angaben gehören zur Kamera, nicht zum Handy: Sie werden auf dem Gerät gespeichert, sodass eine Kamera alles mitbringt, was zu ihrer Einordnung nötig ist.
| Wert | Bedeutung |
|---|---|
| Gierwinkel | Blickrichtung von oben gesehen. 0° = nach vorn, 90° = nach rechts, 180° = nach hinten. Wie Neigung und Rollwinkel mit Nachkommastellen, z. B. 67,5 |
| Neigung | Wie weit die Kamera nach unten schaut. 0° = waagerecht, 90° = senkrecht auf den Boden |
| Rollwinkel | Verdrehung um die Blickachse. Bei gerade verbauter Kamera 0° |
| Versatz → | Abstand von der Fahrzeugmitte nach rechts, in cm (nach links negativ) |
| Versatz ↑ | Abstand von der Fahrzeugmitte nach vorn, in cm (nach hinten negativ) |
| Höhe | Höhe der Kamera über dem Boden, in cm |
Bezugspunkt für alle drei Abstände ist die Fahrzeugmitte auf Bodenhöhe.
Geänderte Werte gelten zunächst nur in der App. Erst Auf Kamera speichern schreibt sie auf das Gerät – danach kennt jede weitere App die Einbaulage ebenfalls.
Warum das genau sein muss
Die Draufsicht rechnet jeden Bildpunkt auf den Boden zurück, und dabei wirkt ein Winkelfehler mit der Entfernung immer stärker. Für eine Heckkamera in 1,30 m Höhe mit 68° Neigung verschiebt ein einziges Grad zu viel Neigung den Bodenpunkt um:
| Abstand | Versatz |
|---|---|
| 2 m | 7 cm |
| 5 m | 34 cm |
| 10 m | 1,20 m |
Lieber einmal sorgfältig messen als später schiefe Nähte zwischen den Kameras suchen.